Gebrauchte Container kaufen: Tipps und Fallstricke

4 min read

Warum gebrauchte Container eine gute Wahl sein können

Nicht jeder braucht einen fabrikneuen Container. Wer einen robusten Lagerraum, eine Werkstatt oder einen Stellplatz für Material sucht, kann mit einem gebrauchten Container erheblich sparen. Der Preisunterschied ist beachtlich: Während ein neuer 20-Fuss-Seecontainer zwischen 3.000 und 4.500 Euro kostet, sind gebrauchte Container bereits ab 1.200 bis 2.500 Euro zu haben. Doch beim Thema gebrauchte Container gibt es einiges zu beachten, damit das Schnäppchen nicht zum teuren Fehlkauf wird.

Seecontainer sind für eine Lebensdauer von 15 bis 20 Jahren im harten Überseeverkehr gebaut. Selbst nach dieser Zeit sind viele noch in erstaunlich gutem Zustand und können als Lager- oder Materialcontainer problemlos weitere Jahrzehnte Dienst tun. Der Schlüssel liegt darin, den Zustand richtig einzuschätzen.

Zustandsklassen verstehen

Wenn Sie einen Container gebraucht kaufen, begegnen Ihnen verschiedene Zustandsbezeichnungen. Diese sind zwar nicht einheitlich genormt, haben sich aber in der Branche weitgehend etabliert:

A-Klasse (neuwertig/wie neu): Der Container ist in hervorragendem Zustand, hat nur minimale Gebrauchsspuren und ist optisch fast nicht von einem Neucontainer zu unterscheiden. Türen, Dichtungen und Verriegelungen funktionieren einwandfrei. Preis: 70 bis 85 Prozent des Neupreises.

B-Klasse (gut/gebraucht): Der Standardzustand für Container, die aus dem aktiven Seeverkehr ausgemustert wurden. Leichte Dellen, Kratzer und oberflächlicher Rost sind normal. Der Container ist wind- und wasserdicht. Preis: 40 bis 65 Prozent des Neupreises.

C-Klasse (gebraucht mit Mängeln): Deutliche Gebrauchsspuren, stärkerer Rost, möglicherweise kleine Reparaturstellen. Grundsätzlich noch funktional, aber eine genaue Inspektion ist dringend empfohlen. Preis: 25 bis 40 Prozent des Neupreises.

Lagercontainer/As-is: Container in sehr unterschiedlichem Zustand, oft ohne Dichtigkeitsgarantie. Können Schnäppchen sein, bergen aber auch Risiken. Nur kaufen, wenn Sie den Container vor Ort inspizieren können.

Rost richtig einschätzen

Rost ist bei gebrauchten Containern allgegenwärtig und nicht automatisch ein Ausschlusskriterium. Entscheidend ist, welche Art von Rost vorliegt:

Oberflächenrost: Leichte, gleichmässige Rostspuren an der Aussenhaut sind bei jedem gebrauchten Container normal. Dieser lässt sich mit einer Drahtbürste entfernen und mit Rostschutzfarbe behandeln. Kein Grund zur Sorge.

Lochfrass/Durchrostung: Wenn der Rost das Stahlblech durchgefressen hat, wird es ernst. Kleine Löcher lassen sich schweissen, aber bei grossflächiger Durchrostung lohnt sich die Reparatur wirtschaftlich oft nicht mehr. Prüfen Sie besonders die Unterseite, die Ecksäulen und die Bereiche um die Türdichtungen.

Bodenrost: Der Containerboden besteht aus Holzplanken auf Stahlquerträgern. Kontrollieren Sie sowohl das Holz als auch die Stahlträger von unten. Morsche Bodenplanken lassen sich tauschen, durchgerostete Querträger sind eine teure Reparatur.

Dichtigkeit prüfen

Die Dichtigkeit ist das wichtigste Qualitätsmerkmal, wenn Sie gebrauchte Container kaufen. Ein undichter Container ist als Lagerraum praktisch wertlos. So testen Sie die Dichtigkeit:

Lichttest: Gehen Sie bei Tageslicht in den geschlossenen Container und warten Sie, bis sich Ihre Augen angepasst haben. Lichtpunkte an Wänden oder Decke zeigen undichte Stellen an. Achten Sie besonders auf die Ecken und Schweissnähte.

Wassertest: Lassen Sie von aussen Wasser über den Container laufen und prüfen Sie innen auf Feuchtigkeit. Besonders die Türseite und die Dachkanten sind anfällig.

Türdichtungen: Die Gummidichtungen an den Türen sind Verschleissteile. Prüfen Sie, ob sie noch elastisch sind und vollständig anliegen. Neue Dichtungen kosten etwa 50 bis 100 Euro und sind einfach zu tauschen.

Zertifizierung und Dokumentation

Jeder Seecontainer hat eine CSC-Plakette (Convention for Safe Containers), die Auskunft über Baujahr, Hersteller und letzte Prüfung gibt. Auch wenn Sie den Container nicht im internationalen Seeverkehr einsetzen, liefert die Plakette wertvolle Informationen.

Für bestimmte Nutzungen kann eine aktuelle Prüfbescheinigung relevant sein. Wenn Sie den Container als Gefahrstofflager nutzen möchten, gelten besondere Anforderungen. Fragen Sie den Verkäufer nach vorhandenen Dokumenten und Zertifikaten.

Häufige Fallstricke beim Container gebraucht kaufen

Nur nach Fotos kaufen: Fotos können täuschen. Bestehen Sie auf eine persönliche Besichtigung oder zumindest auf ein aktuelles Video, das auch die Unterseite und den Innenraum zeigt.

Transport vergessen: Die Lieferkosten können je nach Entfernung 200 bis 800 Euro betragen. Klären Sie vorab, ob der Verkäufer liefert und was das kostet.

Stellgenehmigung nicht eingeholt: Je nach Gemeinde und geplanter Nutzungsdauer benötigen Sie eine Genehmigung zum Aufstellen eines Containers. Informieren Sie sich vorher beim zuständigen Bauamt.

Auf Lockangebote hereinfallen: Extrem günstige Angebote im Internet sind oft unseriös. Wenn ein Container weit unter Marktpreis angeboten wird, ist Vorsicht geboten.

Unser Rat

Kaufen Sie gebrauchte Container am besten bei einem regionalen Fachhändler, der Ihnen eine Besichtigung ermöglicht und eine Dichtigkeitsgarantie gibt. Bei Bremer Container können Sie jeden gebrauchten Container vor dem Kauf persönlich inspizieren. Wir klassifizieren unsere Container transparent und beraten Sie ehrlich, welcher Zustand für Ihren Einsatzzweck ausreicht.

Share article
Bremer Container
Container-Experten seit 2003
Back to Guides

Container gesucht?

Jetzt unverbindlich anfragen — kostenlose Beratung inklusive.

Jetzt anfragen +49 40 271 609 09

You May Also Be Interested In

Alle Artikel ansehen →

Fragen? Wir helfen gerne.

+49 40 271 609 09 Nachricht senden

You May Also Be Interested In